30.07.2026 – Noch während die Arbeiten mit dem Kran vom vorherigen Einsatz liefen, trafen an der Einsatzstelle im Industriegebiet ein Notarzt und diverse Rettungswagen ein, die zu einem schweren Verkehrsunfall mit mehreren Personen im gleichen Ort der Gemeinde Neufahrn alarmiert worden waren. Nur knapp zwei Kilometer weiter hatte sich tatsächlich ein schwerer Verkehrsunfall zwischen einem Traktor mit angebautem Grubber, einem landwirtschaftlichen Gerät zur Bearbeitung von Feldern und einem PKW ereignet. Die örtlich zuständige Feuerwehr Mintraching rückte daraufhin begleitet vom Rüstwagen der Feuerwehr Neufahrn an die neue Einsatzstelle aus. Kurz nach dem Eintreffen an der Einsatzstelle forderte der Kommandant den THW-Fachberater zur Einsatzstelle an, die dieser binnen weniger Minuten erreichte. Ließ vor allem der Zustand des PKW schlimmes vermuten, konnte hier recht schnell Entwarnung gegeben werden! Die Insassen des PKW waren allesamt nur leicht verletzt und wurden vom Rettungsdienst bereits versorgt. Der Traktor lag in der Einfahrt zum Feldweg auf der Seite und der Grubber blockierte die wichtige Ortsverbindungsstraße zwischen Neufahrn und Mintraching. Auch wenn auf den ersten Blick beim Traktor keine Betriebsstoffe ausliefen, konnte diese Gefahr direkt am Feld nicht ausgeschlossen werden. Dies – und die Notwendigkeit, die Ortsverbindungsstraße schnellstmöglich wieder freizumachen – führte zur Umsetzung von Kran und Begleitfahrzeug vom Industriegebiet an die neue Einsatzstelle, sowie dem Nachrücken des Gerätekraftwagens aus der Unterkunft an die Einsatzstelle. Unter enger Zusammenarbeit mit dem Eigentümer des Traktors, aktives Mitglied der örtlichen Feuerwehr und nichtsahnend an die zweite Unfallstelle mit ausgerückt, wurde das Vorgehen bei der Bergung festgelegt. Um weitere Schäden am Traktor und dem Anbaugerät zu vermeiden wurde ein schrittweises Vorgehen festgelegt und zunächst das Ballastgewicht am Kran angeschlagen, dann vom Traktor getrennt und abgelegt. Im zweiten Schritt wurde der Grubber an den Kran angeschlagen und vorsichtig vom Traktor getrennt. Hier war viel Fingerspitzengefühl gefordert, standen die Aufnahmen doch teilweise unter hoher Spannung. Aber auch dieser Teil konnte erfolgreich abgearbeitet werden.
Zum Schluss galt es, den Traktor wieder auf die Räder zu stellen. Hier entschied man sich auch auf Grund möglicher Risiken für Betriebsstoffbehälter zum Aufstellen mittels Seilwinde. Dazu wurde der Gerätekraftwagen so positioniert, dass die Seilwinde über das Heck am Hinterreifen des Traktors angeschlagen werden konnte. Durch den Kran wurde nur eine Sicherung gegen das Umschlagen des Traktors vorgenommen. In vorsichtigem Zug wurde der Traktor butterweich auf die Räder gestellt. Damit war die Verbindungsstraße zeitnah wieder frei und der Verkehr konnte wieder fließen. Den Abtransport von Grubber und Traktor organisierte der Landwirt in eigener Zuständigkeit. Nach in Summe knapp vier Stunden Einsatz bei schweißtreibenden 36°C konnten die siebzehn Einsatzkräfte die beiden Einsätze abschließen und mit Mobilkran, Mehrzweckgerätewagen, aufgerüstet als Kranbegleitfahrzeug, Gerätekraftwagen und dem Einsatzfahrzeug des Fachberaters die Unterkunft einrücken. Aber nicht etwa, um heimzugehen!
Kraneinsatz bei Verkehrsunfall mit Traktor